Druckansicht der Internetadresse:

Stabsabteilung Chancengleichheit

Seite drucken

Informationen

Informationen zu Zahlen und Daten in der Gleichstellung an der Universität BayreuthEinklappen

Das Gleichstellungs-Qualitätsmanagement der Stabsabteilung Chancengleichheit stellt gleichstellungsrelevante Zahlen und Daten der Universität Bayreuth zusammen.
...mehr

Kontaktperson: Stefanie Raab-Somabe

Informationen zur ‚dritten Option‘ im Personenstandsgesetz (Stand März 2019)Einklappen

Im Dezember 2018 hat der Bundestag eine Reform des Personenstandsgesetzes beschlossen, die eine dritte Option („divers“) beim Geschlechtseintrag einführt. Dem ging die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts im November 2017 voraus, dass ein dritter positiver Geschlechtseintrag neben „männlich“ und „weiblich“ möglich sein muss und die bisherige Regelung, neben den beiden vorgenannten Optionen nur ein Leerstelle anzubieten, verfassungswidrig sei.

Der Passus im Personenstandsgesetz §22 (3) wurde also wie folgt geändert:

Von „Kann das Kind weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zugeordnet werden, so ist der Personenstandsfall ohne eine solche Angabe in das Geburtenregister einzutragen.“ (Gültig ab 1.11.2013) zu „Kann das Kind weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zugeordnet werden, so kann der Personenstandsfall auch ohne eine solche Angabe oder mit der Angabe ‚divers‘ in das Geburtenregister eingetragen werden.“ (§ 22 PStG n.F. in der am 22.12.2018 geltenden Fassung).

Die Gesetzesänderung stellt allerdings nur einen minimalen Fortschritt dar1:  von der (selten genutzten) Option, keines der zwei vorhandenen Kästchen anzukreuzen, hin zu der Möglichkeit, „divers“ anzukreuzen. Dies ist aber nur höchst eingeschränkt möglich: Es muss eine medizinisch diagnostizierte „Variante der Geschlechtsentwicklung“ vorliegen.

Durch diese rechtliche Engführung dürfte die Zahl der Menschen in Deutschland, die keinen Eintrag oder den Eintrag ‚divers‘ haben, weiterhin gering sein. Dennoch ist es unabdingbar, in öffentlicher Kommunikation und Strukturen darauf einzugehen, da der tatsächliche Anteil Inter*sexueller Menschen in der Bevölkerung weit höher liegen dürfte als bisher statistisch erfasst.

Was folgt daraus?

Die so genannte ‚dritte Option‘ ist Ausdruck der gesetzlichen Anerkennung, dass es mehr als zwei Geschlechter gibt. Dabei ist zu bedenken, dass geschlechtliche Identitäten und ihr Ausdruck weit vielfältiger sind als die drei Kategorien nahelegen. 

Handlungsempfehlungen: statt beide Geschlechter – alle Geschlechter ansprechen!

  • Geschlechtsabfrage und -angabe weglassen, wo sie unerheblich ist.

  • Achten Sie darauf, auf Formularen, in drop-down-Menüs und bei der Abfrage des Geschlechts alle vier Optionen bereitzuhalten: divers, weiblich, männlich, keine Angabe

  • Bei der individuellen Kommunikation, insbesondere mit Personen, deren Geschlecht Ihnen nicht bekannt ist: Verwenden Sie eine geschlechterneutrale Anrede, z.B. Sehr geehrte*r Vanja Müller,... Guten Tag Vanja Müller,...

  • In der direkten Kommunikation: Fragen Sie höflich nach, welche Ansprache und welche Pronomen die Person bevorzugt und verwenden Sie diese. Falls Sie bewusst oder unbewusst die falsche Anrede verwendet haben, entschuldigen Sie sich – Sie haben eventuell einen wunden Punkt getroffen.

  • Bei der schriftlichen oder mündlichen Kommunikation mit Personengruppen: Achten Sie darauf, alle Geschlechter gleichermaßen mit einzubeziehen, z.B. Sehr geehrte Anwesende,... / Sehr geehrtes Publikum,... / Sehr geehrtes Team der ZUV,... / Liebe Teilnehmer*innen,... 

Weiterführende Links

Geschickt gendern - https://geschicktgendern.de/ - hier finden Sie Anregungen für Bezeichnungen, die alle Geschlechter einbeziehen.

Ungezwungenes Video zum Thema „Gendern“ zum schnell Durchklicken und Amüsieren:
https://www.uni-weimar.de/projekte/gend-o-mat/1

Dritte Option – Website der Kampagne, die das Verfahren auf eine dritte Option beim Geschlechtseintrag juristisch und politischen begleitet hat, mit FAQs und weiteren Informationen.http://dritte-option.de/ 

Link zum Bundesgesetzblatt – „Gesetz zur Änderung der in das Geburtenregister einzutragenden Angaben vom 18. Dezember 2018“ http://www.bgbl.de/xaver/bgbl/start.xav?startbk=Bundesanzeiger_BGBl&jumpTo=bgbl118s2635.pdf​

Informationen zum Ergänzungsausweis der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität (dgti) https://dgti.org/ergaenzungsausweis.html 

Veröffentlichung von Dr. Tamás Jules Joshua Fütty: Gender und Biopolitik. Normative und intersektionale Gewalt gegen Trans*Menschen, transcript Verlag, 2019 https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-4629-0/gender-und-biopolitik/



Kontaktperson: Miriam Bauch


________________________________________________

1Die nicht-konsensualen „geschlechtsangleichenden“ Operationen an Inter*(geschlechtlichen) Kindern im Kleinkindalter – die seit Jahrzehnten national wie international als gravierende Menschenrechtsverletzungen kritisiert werden – sind fatalerweise immer noch erlaubt.
2Die amtliche Statistik, die den jährlich erscheinenden Plakaten „Gleichstellung konkret“ der Stabsabteilung Chancengleichheit der UBt zugrunde liegt, erfasste z.B. bislang nur die Kategorien „weiblich“/“männlich“, macht also weiteren Geschlechtsidentitäten unsichtbar. 
Weitere Informationen zum Unterstrich (gender_gap) finden Sie im Sprachleitfaden „Empfehlungen für einen geschlechter- und diversitätsgerechten Sprachgebrauch“ aus dem Jahr 2013. Dieser wird derzeit überarbeitet.

Zielvereinbarungen zur Umsetzung der Chancengleichheit für die GeschlechterEinklappen

Zielvereinbarungen der Hochschulleitung mit den Fakultäten zur Umsetzung der Chancengleichheit für die Geschlechter an der Universität Bayreuth

Die Zielvereinbarungen sind ein hochschulpolitisches Steuerungselement, um die Chancengleichheit von Frauen und Männern an den Fakultäten zu realisieren. Sie wurden erstmals im Januar 2013 für fünf Jahre zwischen Hochschulleitung und den Dekan*innen geschlossen. Am 01. Februar 2018 wurde die zweite Runde für den Zeitraum 2018-2022 besiegelt.

Über die aktuelle Entwicklung der Frauenanteile auf den benannten Ebenen berichtet der bzw. die Dekan*in einmal jährlich in der letzten Sitzung des Wintersemesters bzw. der ersten Sitzung des Sommersemesters im Fakultätsrat und stellt diese zur Diskussion. Die Ergebnisse dienen der Fakultät zur Evaluierung der vorbenannten Ziele und werden der Hochschulleitung vorgelegt.

Als Anreiz für die Fakultäten ihre Ziele zu erreichen, lobt die Universität einen Preis zur Frauenförderung in Höhe von insgesamt 70.000 Euro jährlich aus. Der Preis wird in 3 Kategorien vergeben:

1. Kategorie: abgeschlossene Promotionen (10.000 Euro)
2. Kategorie: abgeschlossene Habilitationen/erfolgreiche Qualifizierung zur Professur (20.000 Euro)
3. Kategorie: Berufung von Juniorprofessorinnen und Professorinnen/professorale Frauenanteile (40.000 Euro)

Die Grundlage für die Preisvergabe sind die erreichten Zahlen des Vorjahres, die mit einem Punktesystem bewertet werden. Die Fakultäten können über die Preisgelder frei verfügen.

Mit der neuen Zielvereinbarungsrunde (2018-2022) stellt die Hochschulleitung jährlich ein zusätzliches Budget für "Innovative Gleichstellungsmaßnahmen" in Höhe von 10.000 Euro zur Verfügung, um das sich die Fakultäten bewerben können.

Der Preis und das Budget werden feierlich im Rahmen des „President‘s Dinner“ der Universität vergeben.

Links zu den einzelnen Zielvereinbarungen:

Zweite Zielvereinbarungsrunde 2018-2022:

Erste Zielvereinbarungsrunde 2013-2017:

Kontaktperson: Stefanie Raab-Somabe

Die Forschungsorientierten Gleichstellungsstandards der DFG an der Universität BayreuthEinklappen

Die Universität Bayreuth hat als Mitglied der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) den im Jahr 2008 verfassten „Forschungsorientierten Gleichstellungsstandards“ zugestimmt. Zuletzt zeigte eine von der DFG durchgeführte Studie (2017) zu Umsetzung und Wirkungsweisen der Standards positive Auswirkungen auf die Gleichstellung im deutschen Wissenschaftssystem. Den bei der DFG eingereichten „Abschlussbericht zur Umsetzung der Forschungsorientierten Gleichstellungsstandards an der Universität Bayreuth“ aus dem Jahr 2013 finden Sie hier. Die DFG stellt ein frei zugängliches Online-Informationssystem (Instrumentenkasten) bzw. eine Toolbox mit Praxisbeispielen und Anregungen für die Gestaltung eigener Gleichstellungsmaßnahmen bereit.

Jahresberichte der Frauenbeauftragten und der Stabsabteilung ChancengleichheitEinklappen

Die Frauenbeauftragten und die Stabsabteilung Chancengleichheit berichten jährlich über ihre Maßnahmen, ihr Personal, ihre Drittmittelakquise  und Veranstaltungen und stellen die Frauen- und Männeranteile auf den verschiedenen Qualifikationsstufen dar.

Kontaktperson: Miriam Bauch


Verantwortlich für die Redaktion: Miriam Bauch

Facebook Twitter Youtube-Kanal Instagram Blog Kontakt